Junko Furuta war eine 17-jährige Schülerin aus Misato in der japanischen Präfektur Saitama. Sie wurde am 25. November 1988 entführt, 40 Tage lang in einem Haus im Tokioter Bezirk Adachi festgehalten und schwer misshandelt; am 4. Januar 1989 starb sie an den Folgen. Die vier Haupttäter, damals 16 bis 18 Jahre alt, erhielten Haftstrafen zwischen fünf und 20 Jahren. Alle sind längst wieder frei, zwei von ihnen sind inzwischen gestorben.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2026

Junko Furuta: Steckbrief

NameJunko Furuta
Geboren18. Januar 1971 in Misato (Präfektur Saitama, Japan)
Gestorben4. Januar 1989 in Adachi (Tokio), im Alter von 17 Jahren
SchuleYashio-Minami-Oberschule, Abschlussjahrgang
TatEntführung am 25. November 1988, 40 Tage Gefangenschaft
TäterVier Haupttäter im Alter von 16 bis 18 Jahren, weitere beteiligte Jugendliche
Urteile5 bis 20 Jahre Haft (Berufungsurteile im Juli 1991)
Status der TäterAlle entlassen (1996 bis 2009), zwei inzwischen gestorben (2021, 2022)

Wer war Junko Furuta?

Junko Furuta wurde am 18. Januar 1971 in Misato geboren und besuchte im letzten Schuljahr die Yashio-Minami-Oberschule. Nach dem Abschluss wollte sie ins Berufsleben einsteigen. Ihre Schule verlieh ihr den Abschluss nach ihrem Tod, ihr künftiger Arbeitgeber gab der Familie die Arbeitsuniform, die ihr mit in den Sarg gelegt wurde (Wikipedia).

Das Verbrechen

Am 25. November 1988 wurde die Schülerin von Jugendlichen entführt und in ein Wohnhaus im Tokioter Bezirk Adachi gebracht. Dort hielten die Täter sie 40 Tage lang gefangen und misshandelten sie schwer. Am 4. Januar 1989 starb Junko Furuta an den Folgen der Gewalt. Die Täter versteckten ihren Leichnam anschließend.

Anfang 1989 kam die Polizei den Tätern auf die Spur. Nach einem Geständnis des Haupttäters wurde Junko Furutas Leichnam am 29. März 1989 in Wakasu im Tokioter Bezirk Kōtō gefunden. In Japan ist das Verbrechen seither als „Fall des in Beton eingeschlossenen Oberschulmädchens“ bekannt. Auf weitere Einzelheiten der Tat verzichten wir aus Respekt vor dem Opfer und seiner Familie.

Prozess und Urteile

Weil die Täter minderjährig waren, galt für sie das japanische Jugendstrafrecht. Das Bezirksgericht Tokio verurteilte sie im Juli 1990, im Juli 1991 erhöhte das Obergericht Tokio in der Berufung mehrere Strafen:

  • Der Haupttäter (damals 18) erhielt zunächst 17 Jahre, in der Berufung 20 Jahre Haft.
  • Ein damals 17-Jähriger wurde zu fünf bis zehn Jahren verurteilt.
  • Der jüngste Haupttäter (damals 16) erhielt zunächst fünf bis sechs, in der Berufung fünf bis neun Jahre.
  • Ein weiterer 17-Jähriger erhielt zunächst drei bis vier, in der Berufung fünf bis sieben Jahre.

Viele Japaner empfanden die Strafen als zu milde. Die Zeitschrift „Shūkan Bunshun“ veröffentlichte die Namen der Täter, obwohl das Jugendstrafrecht ihre Anonymität schützte, und begründete dies mit der Schwere der Tat. Die Eltern des Haupttäters verkauften ihr Haus und zahlten der Familie Furuta 50 Millionen Yen Entschädigung.

Wo sind die Täter heute?

Alle vier Haupttäter sind seit Jahren wieder in Freiheit, mehrere wurden erneut auffällig (Tokyo Weekender):

  • Haupttäter: 2009 entlassen, änderte seinen Nachnamen. 2013 wurde er wegen des Verdachts auf Betrug festgenommen, aber nicht angeklagt.
  • Zweiter Täter: 1999 entlassen, 2004 nach einem Angriff auf einen Bekannten erneut verurteilt, 2009 wieder frei. Er starb im Juli 2022 im Alter von 51 Jahren bei einem Unfall in seiner Wohnung.
  • Jüngster Täter: 1998 entlassen. 2018 wurde er nach einem Messerangriff auf einen Mann im Streit um einen Parkplatz in Kawaguchi wegen versuchten Mordes festgenommen und 2019 zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
  • Vierter Täter: 1996 entlassen, er starb im Mai 2021 im Alter von 49 Jahren.

Bedeutung des Falls

Der Fall löste in Japan eine anhaltende Debatte über den Umgang mit schweren Jugendverbrechen aus. Kritiker bemängeln rückblickend auch, dass die Haft damals kaum auf Resozialisierung ausgerichtet war; Japan hat seine Strafvollzugspolitik inzwischen reformiert, zuletzt mit einer Neuausrichtung des Strafvollzugs 2025. 2004 entstand der japanische Spielfilm „Concrete“, der auf dem Fall basiert.

Häufige Fragen zu Junko Furuta

Wie lange wurde Junko Furuta festgehalten?

40 Tage, vom 25. November 1988 bis zu ihrem Tod am 4. Januar 1989.

Wie alt war Junko Furuta?

Sie war 17 Jahre alt. Geboren wurde sie am 18. Januar 1971.

Welche Strafen erhielten die Täter?

Nach den Berufungsurteilen von 1991 zwischen fünf und 20 Jahren Haft. Lebenslange Haftstrafen wurden nicht verhängt.

Sind die Täter heute frei?

Ja. Die vier Haupttäter wurden zwischen 1996 und 2009 entlassen. Zwei von ihnen sind gestorben, einer 2021 und einer 2022.


Korrekturhinweis: Eine frühere Version dieses Artikels nannte eine Gefangenschaft von 44 Tagen und behauptete, die Strafen hätten bis zu lebenslanger Haft gereicht. Tatsächlich wurde Junko Furuta 40 Tage festgehalten, die höchste Strafe betrug 20 Jahre. Drastische Tatdetails haben wir entfernt. Wir haben den Artikel am 24. September 2026 vollständig überarbeitet.

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